. .
Sie sind hier: ocean basis > Meldungen
[ 08. Februar 2011 ]
Verhängnisvolles Unterwasser-Buffet

Nach einem erfolgversprechenden Beginn haben die Muschelzüchter von CRM Anfang 2011 mit einem herben Rückschlag zu kämpfen.

Miesmuscheln wachsen in der Kieler Förde sehr gut. Die Jungmuscheln, die im Juli noch als Larve durch das Kieler Ostseewasser schwammen, waren zu Weihnachten schon knappe drei Zentimeter groß. Das reiche Nahrungsangebot und die sehr gute Wasserqualität haben die Schalentiere schnell wachsen lassen. Die ersten veterinärmedizinischen Analysen zur Muschelqualität lieferten vielversprechende Ergebnisse. Gourmets ersehnen die verheißungsvolle erste Ernte am Jahresende, wofür die kleinen Muscheln noch auf mindestens fünf Zentimeter heranwachsen müssten.

Aber diese Ernte wird es leider nicht geben. Dafür haben Fraßfeinde der Muscheln gesorgt. Über den Winter kommende Eiderenten haben sich unbemerkt ungefähr 1000 kg Jungmuscheln einverleibt. Das Unterwasserbuffet war reich gedeckt, als sich die Enten zwischen den Jahren an den Leinen der Muschelzucht zu schaffen machten.

Die Nahrung von Eiderenten sind hauptsächlich Schalentiere wie Muscheln und Schnecken. Die Enten tauchen ab und zupfen die Muscheln von Boden oder Muschelleinen. Diese schlucken sie mit „Haut und Haar“, im Falle der Muscheln also mit der kompletten Schale. In ihrem starken Muskelmagen werden die Tiere dann zerdrückt und verdaut. Die empfindlichen Schnäbel der geflügelten Muschelräuber erkennen genau, ob eine Muschel viel Fleisch enthält und somit von hoher Qualität ist. Auch die Kieler Enten haben sich nur das beste herausgepickt. Genauso bietet sich auch das Bild auf der Muschelfarm. An den Leinen kann man noch die Muschelklebefäden und kleine fleischarme Muscheln erkennen. Das ist alles, was zurückgeblieben ist.

Die Kieler Muschelzüchter haben durch die Enten zwar eine indirekte Qualitätsbestätigung für ihre Muscheln erhalten, aber gleichzeitig auch einen Rückschlag verkraften müssen.

Noch steckt die Muschelfarm in der Kieler Förde in den Kinderschuhen und hat trotzdem schon mit mehr als nur Kinderkrankheiten zu kämpfen.

Aber um Fortschritte zu machen, muss man Rückschläge hinter sich lassen. So setzen die Kieler Muschelzüchter auf die nächste Saison mit neuen Muschellarven im Frühsommer. Der Aufbau der Muschelaquakultur geht wie geplant weiter. Allein die Markteinführung der Kieler Muscheln wird auf den Herbst 2012 verlegt. In der Zwischenzeit werden nachhaltige Ideen erdacht und erprobt, die Muscheln in Zukunft vor dem hungrigen Geflügel schützen.

Freitag, 19. April 2019

Externe Meldungen

Keine Nachrichten in dieser Ansicht.