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Im Gegensatz zu vielen anderen Aquakultureinrichtungen im Meer hat das Algenfarming der oceanBASIS GmbH eine positive Umweltbilanz. Dies soll im Folgenden vertieft dargestellt werden:

1. Durch das Kultivieren der Algen werden natürliche Bestände geschont

Großalgenbestände sind wichtige und schutzwürdige Habitate, in denen nicht alleine die Algen selbst, sondern auch eine Vielzahl anderer Organismen zuhause sind. Durch die Entnahme von Wildbeständen werden also ganze Lebensgemeinschaften in Mitleidenschaft gezogen. Darauf verzichten wir durch die Kultur der Algen für unsere Kosmetikprodukte gänzlich.

Die von uns verwendeten Algen, der Zuckertang Laminaria saccharina, ist in den vergangenen Jahrzehnten durch die starke Nutzung der Ostsee durch den Menschen erheblich zurück gegangen. Die Kultivierung dieser ökologisch wichtigen Art bedeutet also auch eine Habitat-Restaurierung für die natürlichen Lebensgemeinschaften.

2. Es werden bei uns nur einheimische und natürlich vorkommende Algenarten kultiviert

oceanBASIS kultiviert allein einheimische, im Ökosystem natürlich vorkommende Arten in seiner ocean actives Algenfarm. Dadurch ist es ausgeschlossen, dass durch eingeschleppte Arten ungewollte Effekte ausgelöst werden, oder dass es zu einer Verbreitung von Krankheitserregern oder zu einer Vermischung des Gen-Pools der freilebenden Arten kommen kann.

Auch die Elternpflanzen der bei oceanBASIS kultivierten Algen kommen aus der Ostsee. Dazu werden durch Taucher ausgewählte Blattteile einiger weniger wildlebender Pflanzen schonend geerntet. Mit diesen wird in einem speziellen Verfahren die Vermehrung der Algen durchgeführt. Dieses Verfahren garantiert, dass es sich bei unseren Kulturpflanzen immer um die natürlich vorkommenden Stämme handelt.

3. Beim Algenfarming werden keine Fremdmaterialien in das Ökosystem Meer eingetragen

Anders als bei Fischfarmen werden beim Algenfarming die kultivierten Algen nicht gefüttert oder künstlich mit Nährstoffen versorgt. Die benötigten Nährstoffe – dies sind neben dem im Wasser gelösten Kohlendioxid vor allem Stickstoff (als Ammonium und/oder Nitrat und Phosphor als ortho-Phosphat) – werden von den Algen dem Meerwasser entnommen, genauso, wie sie es auch in natürlichen Beständen tun.

4. Die Nährstoffentnahme der Algen stellt einen positiven Effekt für die Umwelt da

Die Ostsee ist ein Binnenmeer, welches nur über das Skagerrak mit der Nordsee in Verbindung steht, wodurch der Wasseraustausch stark eingeschränkt ist Der Wassereinzugsbereich der Ostsee ist mit 1.745.100 km² mehr als viermal so groß wie die Ostsee selbst und führt derselben jedes Jahr 2% des Volumens an Süßwasser zu. Dieser starke Zustrom von Süßwasser (durch Flüsse, wie z.B. Oder, Weichsel, Memel, Newa) und die geringen Austauschraten mit der Nordsee führen zur Aussüßung. Dabei ergibt sich ein Salzgehalts-gradient vom Skagerrak nach Osten zum finnischen und bottnischen Meerbusen.

Die Ostsee erfährt eine große Belastung durch Nährstoffeinträge über ihren enormen Wassereinzugsbereich. Die Nährstoffe gelangen aus der Landwirtschaft, aus häuslichen und industriellen Abwässern (~85 Mio. Menschen leben im Einzugsbereich) sowie durch Einträge aus der Luft in die Ostsee. In den vergangenen Jahren sind die häuslichen und landwirtschaftlichen Belastungen etwas zurückgegangen sind, der Eintrag aus der Luft ist aber immer noch gravierend und derzeit für ca. 35% des Gesamtstickstoff-eintrags verantwortlich. Somit sind die Küstenbereiche der Ostsee nach wie vor stark nährstoffbelastet.

Die daraus resultierende übermäßige Produktion von organischem Material führt zur Bildung schlickiger Sedimente am Meeresboden mit hohem organischen Gehalt und starker Sauerstoffzehrung. In manchen Jahren kommt es daher – vor allem in den Buchten und Förden der westlichen Ostsee – zu gravierenden ökologischen Problemen, wie dem Absterben der Bodenfauna und sogar zum Fischsterben.

5. Die oceanBASIS Algenfarm leistet einen Beitrag zum Umweltmonitoring

Die Auswirkungen von Algenfarmen auf die Umwelt sind bisher nur wenig untersucht. Die Anlagen beruhigen küstennahe Wasser-bewegungen und -strömungen, was auch einen Erosionsschutz bewirken kann. Die erhöhte Sedimentation von organischer Materie der Makroalgen und anhaftender kleiner Organismen kann wiederum die benthische Produktion in Gebieten mit schwachen Bodenströmungen fördern.

Die Zuckertang-Kultivierung vermindert den Lichteintrag in das darunterliegende Wasser, was einen Einfluss auf die Lebensgemeinschaft am Meeresboden, vor allem auf benthische Algen, haben könnte; um dies zu vermeiden wird das Farming nur in Meeresgebieten durchgeführt, in denen keine bodenlebenden Algen gefunden wurden. Aufgrund eingehender Untersuchungen, welche die möglichen Umweltauswirkungen von Aquakultur betreffen, wurde ein geeigneter Standort für die Farm ausgewählt der ausschließt, dass empfindlichen Arten, Habitate oder Gemeinschaften beeinträchtigt werden. CRM – Coastal Research & Management, die Mutterfirma von oceanBASIS, untersucht in regelmäßigen Abständen den Zustand des Meeresbodens und der Farm und sichert somit deren Umweltverträglichkeit.

6. Eine integrierte Kultur von Makroalgen im Verbund mit Muscheln oder anderen Organismen stellt eine optimale Ressourcennutzung dar.

Das Wachstum von Algen und Muscheln gemeinsam an den Kulturleinen lässt eine Aufwertung des Ökosystems durch Verbesserung der Wasserqualität (Nährstoffabreicherung) erwarten. Durch die Schaffung von neuem Habitat im „Algenwald“ können sich besonders Fischlarven und Jungfische vor Fressfeinden schützen. Die Materialien für den Aquakulturbetrieb (Bojen, Seile und Schwimmkörper etc.) fungieren als „künstliche Riffe“ und bieten marinen Organismen Lebensraum, Schutz und Nahrung.

Durch die Kombination mit anderen natürlich vorkommenden Organismen wie Muscheln wird die Qualität als künstliches Riff noch verstärkt. CRM – Coastal Research & Management, die Mutterfirma von oceanBASIS, erkundet derzeit die Möglichkeiten, durch Polykultur weiter Vorteile für Mensch und Natur weiter zu vergrößern.


Mittwoch, 12. Dezember 2018

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